Behandlungen
In den Behandlungen unterscheidet Ayurveda innere und äußere Anwendungen. Die Therapien sind stets sanft und angenehm. Sie bekämpfen keine Symptome, sondern stärken Körper und Geist, so dass der Mensch von innen heraus gesunden kann.
Im inneren Behandlungskonzept dieser Kur werden Heilmittel und Nahrungsmittel angewendet. Rezepturen aus Kräutern, Wurzeln, Früchten, Blüten oder Baumrinden werden je nach Konstitution und Krankheit einmalig zubereitet und dosiert verabreicht. In der äußeren Therapie kommen Massagen und andere Behandlungen zum Einsatz.
Im Folgenden finden Sie eine kleine Auswahl unterschiedlichster Behandlungen, die während einer Ayurvedakur zur Anwendung kommen können.
Shirodhara / Stirnölguss
Ein konstanter, körperwarm temperierter Ölstrahl fließt in einem festgelegten Muster langsam über die Stirn. Die Behandlung dauert in der Regel 20 bis 30 Minuten und ihre Wirkung ist sehr umfassend. Das vegetative Nervensystem wird beruhigt, so dass viele streßbedingte Befindlichkeitsstörungen wie Nervosität, chronische Kopfschmerzen und Schlafstörungen behoben werden können. Neben der reinen Entspannung hat die Ölstrahl-Therapie des Kopfes eine besonders intensive Wirkung auf die Sinneswahrnehmung.
Abhyanga "Liebende Hände" / Ganzkörpermassage
Es handelt sich hierbei um eine sanfte Ganzkörpermassage, die von zwei Therapeuten gleichzeitig ausgeführt wird. Die etwa 30 bis 50 Minuten andauernde Ölmassage wirkt intensiv entspannend und beruhigend. Neben dem Effekt der Entspannung und Beruhigung wird sie zu Beginn der Kur vor allem dazu verwendet, die Ausleitung anzuregen und zu fördern.
Die Ausleitung erfolgt über die Haut aufgrund des Massageeffekts in Verbindung mit speziellen medizinischen Ölen. Ayurvedische Ölmassagen gehören beispielsweise zu den "königlichen Behandlungsformen" und haben sowohl in der therapeutischen Anwendung als auch in der Gesundheitsvorsorge eine zentrale Bedeutung.
Svedana "Ayurvedisches Kräuterdampfbad"
Neben den vorher genannten Anwendungen mit Öl spielt bei den ayurvedischen Behandlungen Wärme eine große Rolle. Die Behandlungen, die den Körper erwärmen, werden meist im Anschluss an eine Ganzkörpermassage durchgeführt. Die Wärme kann je nach Konstitutionstyp und Gesundheitszustand trocken oder feucht sein. Die starke Durchwärmung des Körpers sorgt dafür, dass die durch die Massagen gelösten Giftstoffe vom Blut abtransportiert und teilweise ausgeschwitzt werden. Wichtig bei der traditionellen Wärmebehandlung ist es, dass der Kopf dabei frei und kühl bleibt.
Pizhichil "Die königliche Therapie" / Ölbad
Bei dieser sehr angenehmen Anwendung wird eine Ganzkörper-Ölmassage mit einer Wärmebehandlung kombiniert. Etwa 30 Minuten lang fließt warmes Öl über den Körper und wird dann von zwei Therapeuten in synchronen Bewegungen einmassiert. Das Öl wird auf Körpertemperatur erwärmt und erhält auf diesem Wege die Wirkungsweise der zahlreichen pflanzlichen Inhaltsstoffe optimal. In Deutschland ist eine solche Massage ohne kräftig aufgeheizte Räume gar nicht möglich, denn diese feuchten Anwendungen benötigen eine entsprechende Umgebungstemperatur. Ansonsten empfindet der Behandelte schnell ein unangenehmes Frösteln.
Pinda Sveda / Massage mit Leinensäckchen

Pinda Sveda ist eine der bekanntesten Massage- und Schwitztherapien. Hier wird der Körper mit heißen Leinensäckchen abgeklopft und ausgestrichen, die mit Kräutern, Gewürzen und speziellen Reisabkochungen gefüllt sind.
Pinda Sveda bewirkt eine tiefgreifende Stimulierung der Zellerneuerung und wird vor allem bei Beschwerden des Bewegungsapparates wie Arthritis, Rückbildung des Muskelgewebes und Verletzungen eingesetzt.
Außerdem zählt Pinda Sveda zu den verjüngenden Behandlungsformen (Rasayanas) und dient hier der Gewebestraffung und Zellerneuerung sowie der geistigen Vitalitätssteigerung.